Jahnatalweg

Fernziel Radweg Riesa - Döbeln

Anliegergemeinden wollen nun doch einen eiheitlichen Radweg schaffen. Die "Jahnatalradroute" soll es  nicht mehr geben...
Zur Zeit geistern Meldung über einen Ausbau des Jahnatalwegs durch regionale Massenmedien. An der alten "Jahnatalradroute" wird nun nicht mehr festgehalten, einzig "Jahnatalweg" soll die landschaftlich überaus reizvolle Verbindung heißen. Konkrete Schritte wurden gemacht, Anliegergemeinden saßen zu Tisch und loteten konkrete Pläne aus. Dabei widersprechen sich Grundgedanke und der Wille einiger Gemeinden zur zukünftigen Nutzung der alten Route. Baumaßnahmen wie der Ausbau in Jahna-Pulsitz, die Bachbereinigung Seerhausen und die neuen Schilder am Radweg in Ostrau sind Einzelschritte nur, unabhängig voneinander. Selbst bei der Beschilderung ist man sich nicht richtig einig geworden, wie Meldungen der Regionalableger sächsischer Tageszeitungen vermuten lassen.

Als Ziel aber, so die Akteure in Ostrau und Pulsitz, solle der Rad- und Wanderweg zwischen Riesa und Döbeln sein. Damit verliert die "Jahnatalradroute" als solche ihre Bedeutung. Nachstehend veröffentliche ich einen Beitrag der "Sächsischen Zeitung" vom 28. Juni 2016...



 Ostrau. Auch wenn es zurzeit nur Schritt für Schritt vorwärts geht – irgendwann können die Radfahrer auf einem gut beschilderten und ausgebauten Jahnatalweg von Döbeln bis nach Riesa fahren. Das ist das Ziel der Arbeitsgruppe, in der sich Gemeinderätin Katrin Leipacher und Matthias Jönzen aus Pulsitz besonders aktiv engagieren. Sie sind froh, dass sich jetzt auch einige Anliegergemeinden des Radweges und die Mitarbeiter der beiden Städte aktiv in das Vorhaben einbinden.

Nun werden Nägel mit Köpfen gemacht, Beschlüsse der Räte aller sechs Kommunen benötigt. Dabei geht es um die Wegführung im jeweiligen Gemeindegebiet. „Das ist für die Ermittlung der Kilometerangaben notwendig“, sagte Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) zur Ratssitzung.

Die Wegführung ändert sich im Ostrauer Gemeindegebiet in Pulsitz. Der Radweg soll in diesem Ort entlang der Zschochauer Straße führen. „Wir müssen möglichst Strecken ausweisen, auf denen ein Ausbau und eine entsprechende Verkehrssicherung möglich sind“, so Dirk Schilling. Er glaubt, dass der Jahnatalweg künftig mehr frequentiert wird, und deshalb auf der Strecke auch ein Begegnungsverkehr möglich sein muss. Am Steinesel soll der Radweg geradeaus in Richtung Tierheim und Eschkemühle ausgewiesen werden. Zurzeit gibt es in diesem Bereich einige Verwirrungen. Auch der Bahnhof soll ausgeschildert werden, damit Radfahrer die Bahn nutzen können.

130 Schilder auf 35 Kilometern

„Die Vereinbarung muss in allen Gemeinden und Städten beschlossen werden, weil sie Grundlage für die Beantragung von Fördergeld beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr ist“, so Dirk Schilling. Auch wenn es ein Gemeinschaftsprojekt von Döbeln, Zschaitz-Ottewig, Ostrau, Naundorf, Stauchitz und Riesa handle, müsse jede Kommune in Eigenverantwortung handeln. Das betrifft zum Beispiel das Aufstellen der Beschilderung. Der Vorarbeit für diese hat sich Matthias Jönzen angenommen. Er listet akribisch die Übergabepunkte jeder Gemeinde auf und legt auch für das Ostrauer Gebiet einen Schilderplan an. „Das ist eine hervorragende Leistung“, sagte der Bürgermeister zur Ratssitzung. Immerhin sind es allein auf dem Weg in der Gemeinde 38 Standorte und auf dem insgesamt 35 Kilometer langen Jahnatalweg von Präbschütz nach Riesa etwa 130 Schilder, die aufgestellt werden.

Es geht nicht nur um die Standorte. Die Schilder müssen auch den Erfordernissen von SachsenNetzRad entsprechen. Das wiederum ist in übergreifende Radfernwegenetze eingebunden. Die Strecken verfügen im Ausbauzustand über eine einheitlich gestaltete Zielwegweisung. Die weißen Schilder mit grüner Schrift sollen dann auch am Jahnatalweg stehen. Damit alles norm- und fachgerecht wird, hat sich Matthias Jönzen in diverse Standards eingelesen. Dort wird zum Beispiel vorgegeben, dass zwei verschiedene Arten von Wegweisern zu nutzen sind. Sogenannte Vollwegweiser zeigen die Entfernung zum nächsten Dorf und zur nächsten Stadt. Letztere sind im Falle des Jahnatalwegs Döbeln oder Riesa. Außerdem gibt es Zwischenwegweiser, die anzeigen, wo der Weg weiterführt.

Neues Logo entwickelt

Damit jeder weiß, dass er sich auf diesem befindet, haben die Mitglieder der Ostrauer Arbeitsgruppe und Kai Eckert von der Stadtverwaltung Riesa als Erkennungszeichen ein spezielles Logo entwickelt. Auch diesem müssen noch alle Anliegerkommunen zustimmen.

Außerdem soll es Hinweise auf touristische Besonderheiten geben. Schilder wie an der Eschkemühle könnten den landschaftlich wunderschön gelegenen Radweg interessanter und informativer gestalten.

Der Jahnatalweg soll nicht nur durch eine einheitliche Beschilderung attraktiver werden. Es ist auch geplant, ihn abschnittsweise auszubauen. Das ist zurzeit zwischen dem Rastplatz an der Jahnaer Kirche in Richtung Pulsitz erfolgt. In dieser Woche werden die Arbeiten beendet. Die Gemeinde plant, den Ausbau bis Pulsitz noch in diesem Jahr fortzusetzen. Auch die Restarbeiten am Rastplatz in Pulsitz werden noch in diesem Jahr abgeschlossen. Geplant sind der Bau eines Unterstandes und eines Spielgerätes.

Viel Arbeit war es bisher, um alle notwendigen Daten zu erfassen, sie festzuhalten, Pläne zu schmieden und ein Konzept zu schreiben. Dieses wurde den Gemeinde- und Stadträten der Kommunen vorgestellt, die an dieser Strecke liegen. Diese stimmten mit einem Grundsatzbeschluss zu, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Der Jahnatalweg ist die wichtigste Radwegeverbindung zwischen Riesa und Döbeln und damit zwischen dem Elbe- und dem Mulde-Radweg. Außerdem ist das Jahnatal, durch das der Radweg führt, „ein bedeutsames Erholungsgebiet“, so Gemeinderätin Katrin Leipacher.  Quelle: "Sächsische Zeitung", vom 28. Juni 2016
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