Schwarzer Weg
Eine Teilstrecke des Jahnatalweges soll mit Asphalt versehen werden. Ob dies gut ist, darüber werden die Geister der Piste ein Plagelied singen...
Über Radwege kann man sich trefflich streiten, noch besser, wenn der Gegenstand so beschimpft wird und gar nicht als solcher durchgeht. Durchgehend sollte er schon sein, der Radweg. Doch im Falle des Jahnatalradweges, einst noch "Jahnatalradroute" benannt, ist dies durchaus verzwickt: Weil sich Gemeinden an der Route nicht unbedingt grün geworden sind und kühne Vorreiter nun das Wort "Radtourismus" reiten, kommen neue Gedankengänge um des Schlängelpfades durch: Nun will man gar den Radweg zumindest auf einem Teilstück mit Asphalt planmachen, will heißen, dass es schon sehr gehoben zugeht, Normbreiten zuweilen. Aber das ist es nicht. Ich hatte mich ja zu oft darüber ausgelassen, wo Reize versteckt liegen und darüber, wie man schnell Reize verliert, wenn man sich zu schnell dem Asphalt nähert. Unbestritten dürfte der Jahnatalweg fußfreundlicher werden, wenn also im Winter viele Teilabschnitte gar nicht zu begehen, geschweige denn befahrbar sind, ein leichter Unterbau mit einer weichen Deckschicht sinnvoller sein dürfte als der harte Asphalt. Man denke an die Läufer! Wer falsches Schuhwerk trägt, bekommt schnell Probleme mit den Gelenken und der Wirbelsäule. Aufm Rad sicher genehm, doch der Reiz des Schlängelpfades ist dann wirklich hinüber, sollte man sich für Asphalt entscheiden. Mir persönlich gefiel der alte "weiche" Weg, mit leichtem Unterbau, damals durch viele ABMer erstellt, heute leider verwachsen. Wenn also Asphalt aus dem Fördertopf bezahlt wird, sollte man lieber aufpassen, was denn die Folgen wären; letztlich stehen diese Pisten unter Sorge der Pflicht, einen Weg dieser Art erhalten zu müssen. Ein leichter Unterbau ist sicher auch ökologischer als Alsphalt. Meiner Meinung nach sind kleine aber effektive Änderungen an der Wegführung, Randschnitt, Aufwertung von Sitzgelegenheiten, Sichtachsen und sinnvolle Beschilderung wichtiger als eine breite Asphaltschicht. Es gilt ja den Gesamteindruck zu erhalten, und dies möglichst sensibel...
Uwe Reinwardt


Willkommen auf Sachsens intimsten Radweg...Wenn die Gerade eine Kurve ist...



wird sich zeigen, wer sie kriegt. So ähnlich geht's am Jahnatalradweg zu, wenn man von Seerhausen in Richtung Riesa mit dem Rade fährt oder als Läufer Bewegung rauskehrt. Es bleibt nicht beim engen Geläuf und dem Schrecken hinter einer Biegung; der Weg irrt sich leicht und noch schneller der Mensch auf ihm. Neulich wieder wechselte ich die Richtung, egal nun, woher ich kam. Zwischen hohen Pappeln schien die Sonne und es mußte Morgen sein, über Osten. Ein Dreh nur und schon kam Verwirrung in den Kopf: Wo bin ich? Fast wie ein Schrecken darüber, über Richtungen, Orte und Erscheinungen nicht Herr zu sein. Wahrscheinlich verließ ich den Weg nur kurz, in der Hartholzaue, um mich der Burg Gana anzunehmen. Dabei überraschte mich der wirre wilde Wald, der mir mit seinem Rauschen und Knarzen die Gedanken aus dem Kopf fegte. Ich stolperte über eine Wurzel und merkte erschüttert, dass ich für Minuten aus der Zeit gefallen war. Ja richtig, die Hartholzaue und hier geht es nach Seerhausen. Mir war klar und darüber gibt es keinen Zweifel, auf der Route gibt es keine Zeit. Zumindest zeitweise. Tief Luft geholt, auf dass es öfters passiert, dieses merkwürdige Entsetzen, suchen zu wollen, wo es keine Zeit gibt. Da kommt der Sportler wieder, grad noch vorbei an mir, er kommt zurück. Hastig schaut er auf's Handgelenk, die Zeit ist dort. Er läuft nach Zeit, der Zeit hinterher. Merkwürdige Befindlichkeiten, irres Staunen über soviel Ungereimtheit. Er bemerkte mich wohl nicht und auch nicht dieses prächtige Gestade. Schade! Aber Zeit bleibt Zeit... hier geht's zur Jahnatalradroute

 


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