Willkommen auf Sachsens intimsten Radweg...Wenn die Gerade eine Kurve ist...



wird sich zeigen, wer sie kriegt. So ähnlich geht's am Jahnatalradweg zu, wenn man von Seerhausen in Richtung Riesa mit dem Rade fährt oder als Läufer Bewegung rauskehrt. Es bleibt nicht beim engen Geläuf und dem Schrecken hinter einer Biegung; der Weg irrt sich leicht und noch schneller der Mensch auf ihm. Neulich wieder wechselte ich die Richtung, egal nun, woher ich kam. Zwischen hohen Pappeln schien die Sonne und es mußte Morgen sein, über Osten. Ein Dreh nur und schon kam Verwirrung in den Kopf: Wo bin ich? Fast wie ein Schrecken darüber, über Richtungen, Orte und Erscheinungen nicht Herr zu sein. Wahrscheinlich verließ ich den Weg nur kurz, in der Hartholzaue, um mich der Burg Gana anzunehmen. Dabei überraschte mich der wirre wilde Wald, der mir mit seinem Rauschen und Knarzen die Gedanken aus dem Kopf fegte. Ich stolperte über eine Wurzel und merkte erschüttert, dass ich für Minuten aus der Zeit gefallen war. Ja richtig, die Hartholzaue und hier geht es nach Seerhausen. Mir war klar und darüber gibt es keinen Zweifel, auf der Route gibt es keine Zeit. Zumindest zeitweise. Tief Luft geholt, auf dass es öfters passiert, dieses merkwürdige Entsetzen, suchen zu wollen, wo es keine Zeit gibt. Da kommt der Sportler wieder, grad noch vorbei an mir, er kommt zurück. Hastig schaut er auf's Handgelenk, die Zeit ist dort. Er läuft nach Zeit, der Zeit hinterher. Merkwürdige Befindlichkeiten, irres Staunen über soviel Ungereimtheit. Er bemerkte mich wohl nicht und auch nicht dieses prächtige Gestade. Schade! Aber Zeit bleibt Zeit... hier geht's zur Jahnatalradroute

 

Trassenradweg an der Striegis:
Wurden Akteure vorgeführt? Straßenbegleitend baut der Freistaat einen neuen Radweg. Vom Bahntrassenradweg spricht niemand mehr. Eine Provinzposse...
Alle Achtung! Wer sich auf eine nicht vorhandene Schiene begibt, sollte sich nicht wundern, dass alle Regeln von außen bestellt werden: Wer also, wie so viele Idealisten in einem Zirkus, meinen möchte, dass es die Mehrheit trifft, wird betroffen allenfalls zuschauen müssen, wie ernannte Domteure Entscheidungen treffen, die vom Reißbrett einzelner "Spezialisten" auf unterer Ebene eben genau jene Zwecke opfern, die sich Idealisten in ihrer Einfachheit, dem klaren Ziel Gemeinnutz nicht erklären können. So also beim Trassenradweg von Roßwein aus nach Hainichen, der wohl jetzt nicht mehr im scharf geschnittenen Tal der Striegis verlaufen wird. Entschlossen Entscheidungen zu fällen mag dem Technokraten eine schwere Übung sein. Wohl aber auf unterer Ebene ist es ein Riesenschritt und genau der mag auf der Förderrichtlinie ein gefundenen Fressen sein: Die Gelder sind bestimmt und in Kürze schnell eingesetzt.
Seit Wochen wird entlang der Bundesstraße B 169 der neue Radweg von Littdorf nach Hainichen in Asphalt gegossen, unabhängig davon, dass sich hunderte "Idealisten" seit 13 Jahren mühen, einen Bahntrassenweg im Tal der Striegis, auf einem entkernten Trassenstück der Deutschen Reichsbahn einen Radweg zu befördern. Pustekuchen! Wo also andere Idealisten alles andere als eine natürliche Begeisterung für so ein Projekt im kühlen Grunde zu verhindern wussten, müssen sich jetzt die Macher des Bahntrassenradweges geschlagen geben. Wo doch absehbar war, wie es zugehen würde, angesichts scharfer Bestimmungen des Natur- und Umweltschutzes, dass alle Bemühungen ins Leere laufen müssen. Kurzum: Tatsachen werden geschaffen, um keine neue Tatsachen umgehen zu müssen. Die alte Bahntrasse zwischen Roßwein und Hainichen also, dürfte wirklich Geschichte bleiben, meint Euer Uwe Reinwardt

 

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